Publikováno dne 1. 2. 2009 v kategorii Oznámení. Máte možnost odebírat komentáře k tomuto článku pomocí RSS 2.0. K tomuto článku můžete vložit komentář, nebo na něj umístit zpětný odkaz ze své vlastní stránky.
WILLKOMMEN IM VALTICE»»
KONTAKT»»
GESCHICHTE DER STADT VALTICE»»
KULTURDENKMÄLER»»
LVA & UNESCO»»
BANNER UND WAPPEN»»
Die Stadt Valtice liegt nahe an der Grenze zu Österreich und ist durch das wunderschöne Schloss sowie durch den Weinbau bekannt. Das Schloss Valtice war eine prächtige Residenz der österreichischen und mährischen Herren des Fürstenhauses der Liechtensteiner. Das Schloss war nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch durch ihre darin befindlichen Kunstwerke berühmt. Nennenswert ist vor allem das Schlosstheater, das im 18. und 19. Jahrhundert mit seiner Bedeutung mit dem Wiener Theater konkurrierte.
Das Gebiet von Lednice-Valtice ist eine der wertvollsten Perlen des historischen und kulturellen Schatzes der Tschechischen Republik. Im Jahr 1996 wurde es in die Liste der Denkmaler der internationalen Kultur- und Naturerbschaft der UNESCO eingetragen.
Das Schloss Valtice, eines der größten profanen Barockgebäude in Mähren, wurde in Jahren 1643-1730 erbaut. Zu dem Schloss gehört ein großes Areal mit dem Park und mit der ganzen Reihe von romantischen Gebäuden aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, z. B. die Kolonnade (auch Reistna genannt), das Schlösschen Belveder oder Dianin Chram (Diana Dom auch Rendezvous genannt).
Valtice und Wein: diese beiden Begriffe gehören schon seit Jahrhunderten untrennbar zueinander. Sehr bekannt ist vor allem die exklusive Ausstellung „Valticke vinne trhy (Valticer Weinmarkt)“, an der regelmäßig Besucher aus ganz Tschechien teilnehmen. In den Kellern des Schlosses finden Sie den Nationalen Weinsalon. In weiteren Räumen befindet sich der Hauptsitz des Nationalen Weinzentrums und des größten Verbands der tschechischen und mährischen Weinbauer, der Verband Moravin. Die Oberschule für Weinbau und die Weinbauakademie Valtice sind zwei Institutionen, in welchen jedes Jahr um die hundert Fachleute und Sommelier im Weinbau ausgebildet werden. Wo ist Ihnen der Wein näher, als hier, in Valtice?
KONTAKT
Stadtrat
Náměstí Svobody č. 21
691 42 Valtice
Tel.: +420 519 301 400
Fax.: +420 519 352 637
E-mail: podatelna@valtice.eu
Touristen-Information
Náměstí Svobody č. 4
691 42 Valtice
Tel. / Fax: +420 519 352 978
E-mail: tic@valtice.eu
Valtice ist eine sehr alte Ansiedlung. Ihr Schicksal reicht in die weit zurückliegende Geschichte.
Die schriftlichen Überlieferungen über die Ortschaft fallen in die letzten Jahre des 12. Jahrhunderts. Die ursprünglichen Ansiedler von Valtice wählten diesen nicht gerade gesündesten Winkel des mährischen Landes hauptsächlich aus Sicherheitsgründen. Die Sümpfe der hiesigen Landschaft lockten die Horden feindlicher Eindringlinge nicht allzu sehr und die sich in der Nähe erstreckenden Pálava – Hügel stellten – wie auch d für die anderen Einwohner uralter Siedlungen – in den Zeiten der größten Gefahr ein Bollwerk dar.
Entstehung der Stadt
Urkunde von Regensburg

Veldesperch 1193
Die ersten historischen Nachrichten von Valtice stammen von der Wende des 12. Jahrhunderts, als die Stadt aus dem Besitzstand der Passauer Bischöfe in die Macht des Geschlechtes von Seefeld übergegangen war.
Mit einer in Regensburg erlassenen Urkunde bekräftigte der Kaiser Heinrich VI. im Jahre 1192 den Tausch, den der Passauer Bischoff Wolfker mit Wichard von Seefeld – „maior dapifer“- dem größeren Truksas des österreichischen Herzogs – schloss. Mit diesem Vertrag übergab Wolfker an Wichard die Burg „Veldersperch“ mit 12 königlichen Hufen, die wahrscheinlich den größeren Teil der späteren Stadt Valtice bildeten.
Die Seefelder erbauten eine mächtige Grenzfestung, in deren Vorburg eine Stadt entstand. Es ist anzunehmen, dass Valtice zwischen 1192 – 1227 zu einer Stadt geworden ist.
Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Seefelder in der männlichen Linie im Jahre 1270 wurde Valtice von den Geschlechtern der Kuenringer und der Rauhenstein erworben. 1347 verkauften die Kuenringer ihren Teil an die Potendorfer, sodass Valtice ab diesem Jahr zwischen die Potendorfer und die Rauhenstein geteilt wurde.
Im Jahre 1387 hinterließ die dritte Frau von Jan I. (Johann) von Lichtenstein Elisabeth, geb. Puchheim, seinem Gemahl ein Sechstel des Anteiles an Valtice und die Lichtensteins wurden somit Inhaber eines Stadtteiles. Damit beginnt auch ein langes Zeitalter des Wirkens der Lichtensteins in Valtice.
Am 20. Februar 1391 kaufte Jan mit seinen Brüdern Georg und Hartneid aus Liechtenstein von Friedrich von Potendorf sein Geschlechtssechstel von Valtice und ein weiteres Sechstel, das das genannte Geschlecht zusätzlich erwarb; außerdem bezogen sie verschiedene Gehälter und Einkommen aus einer ganzen Reihe umliegender Ortschaften und Gemeinden; das war der Anspruch auf den Ort und die Burg Valtice, die sein freies Eigentum bildeten.
Auf diese Weise erwarben die Lichtenstein eigentlich fünf Sechstel der Stadt und die Mehrheit der Gemeinden.
Am 1. Februar 1395 wurden die Lichtensteins zu den Besitzern des ganzen Guts, der Burg und der Stadt Valtice.
Die Hussiten
Auf eine nie da gewesene Art haben die Hussitenkriege Valtice betroffen. Gerade zu diesen Zeiten bekam die Stadt den Charakter einer Grenzstadt zu spüren, als sowohl die Hussitenheere aus Mähren durchdrangen, als auch die Heere des Albrecht von Österreich – eines Sigismund-Verbündeten in den Kämpfen gegen die Hussiten durch die Stadt marschierten.
Reiterschule
Die Burg Valtice hatte während der Hussitenkriege eine starke Garnison und die Lichtensteins halfen im Kampf gegen „Ketzer“ dem Kaiser Sigismund, der die Stadt Valtice auch einige male besuchte. So z.B. am 21. März 1422, als er mit dem österreichischen Herzog Albrecht in Valtice zusammentraf .
Im Jahre 1426 wurde Valtice durch die Hussiten niedergebrannt, und das sowohl die Stadt als auch die Kirche und zum Teil die Burg. Die Stadt erholte sich nur langsam von den Leiden.
Die Lichtenstein traten an die Seite des Kaisers Friedrich III. Seine Gunst ermöglichte ihnen nach den Hussitenkriegen ihren Familienbesitz erheblich zu erweitern.
Wie ging es zu den Zeiten Valtice und den Lichtenstein zu? Georg von Lichtenstein starb 1444 und sein Bruder Christoph II. im darauf folgenden Jahr; die Herrschaft über dem Lichtenstein-Hof übernahm daraufhin eine völlig neue Generation.
Zu neuen Vertretern wurden Wilhelm II. und Jan V., Heinrich VII., Christoph III. und Georg V.
In diesen unruhigen Zeiten, als die Einwohner von Valtice die Raubzüge der Heere, ihr Wüten, Rasereien und Vernichtungen ertragen mussten, blieben sie von den Schrecken und der Verelendung nicht verschont; ein Zeugnis dessen ist der Untergang einer ganzen Reihe von Ortschaften in der Nähe von Valtice, wie Aloch, Kelčín, Potendorf und Königsbrunn. Zu diesen Zeiten hielten die Lichtensteins dem böhmischen König Georg von Poděbrady Treue. An der tschechischen Seite blieben sie jedoch nicht, denn später findet man sie im Lager des ungarischen Königs Mathias Corvinus.
Die weitere Entwicklung
Im Jahre 1504 teilten die Lichtenstein ihre bisherigen Besitztümer in einige mehrere Teile auf. Der Sohn des Georg Hartman von Lichtenstein erhielt die Burg und die Stadt Valtice. Hartman war ein hervorragender Wirtschaftsführer und Organisator. Es gelang ihm das Gut von Valtice von der wirtschaftlichen sowie der finanziellen Seite zu festigen.
Hartman II. besaß gemäß Vertrag im Jahre 1570 die Landgüter Valtice mit Úvaly, Poštorná und Charvatská Nová Ves und Hlohovec und später auch Herrenbaumgarten und Lednice.
Karel von Lichtenstein
Eine herausragende Persönlichkeit, die eine neue Etappe der Stadt einleitete, war Karel von Lichtenstein, zuerst ein Protestant, seit 1599 zu Katholizismus konvertiert.
Karel von Lichtenstein schloss am 29. September 1606 mit seinen Brüdern Gundakar und Maxmilian einen Vertrag ab, nach welchem das Valticer Gut von allen Brüdern gemeinsam verwaltet und der Herrscher immer der Erstgeborene von Primogenitur (Erbfolge des Erstgeborenen) werden sollte; von dem Grundbesitz wurde somit Fideikommiß gebildet.
Der Anfang des 17. Jahrhunderts begann für die Stadt nicht gerade glücklich; 1605 wurde die Stadt von den Truppen des Kaisers Gegners, des ungarischen Magnats Bocskai vergeblich belagert. Karel I. stand damals an der Seite des späteren Kaisers Mathias und als Entlohnung dafür wurde er später in den Fürstenstand an die erste Stelle unter den österreichischen Fürsten erhoben.
Der dreißigjährige Krieg brachte Valtice wieder viel Leiden. Im Jahre 1619 zogen die Heere des ungarischen Fürsten Bethlen Gábor und im August desselben Jahres des Kaisergenerals Dampierr durch Valtice. In den Jahren 1614 bis 1621 lagerten die Truppen der böhmischen Reiter, die Husaren, die Tiefenbachregimente und die mit der Unterkunft verbundenen Kosten mussten von den Bewohnern von Valtice bestritten werden.
Karel I. Von Lichtenstein hat sich darum verdient gemacht, dass am 10. Februar 1605 die Barmherzigen Brüder unter der Führung des ersten Vikars Johannes des Täufers Cassinetti in der Stadt ansässig wurden, die später die Grundlagen eines Krankenhauses legten und die zugleich der älteste Konvent der Barmherzigen in Mitteleuropa waren.
Schlechter bestellt war es jedoch um die Stadt, als die Schweden ins Land einfielen. Valtice ergab sich Torstenson, der daraufhin nach Brno zog. Was diese Begebenheiten für Valtice bedeuteten, die mehrere Male geplündert, zum Teil niedergebrannt und der ganzen Ernte beraubt wurden, braucht man nicht zu betonen. Die verwüstete Stadt erholte sich nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges durch den Westfälischen Frieden 1648 nur allmählich von den Leiden der abschließenden Kämpfe.
Nach schweren Jahren des Dreißigjährigen Krieges erlebte Valtice in der darauf folgenden Epoche Jahre einer relativ größeren Ruhe.
Residenzstadt
Bis zum Jahre 1648 war Karel Eusebius von Lichtenstein die Obrigkeit in Valtice. Seine Ausbildung erlangte er im Ausland, namentlich in Paris. Valtice wurde zu seinen Zeiten zu einer wahren Residenzstadt der Lichtenstein. Karel Eusebius hielt sich gern auf. Deshalb ließ er hier den erheblichen Teil des gegenwärtigen Schlossobjektes und in den Jahren 1631 – 1671 eine neue Pfarrkirche erbauen.
Im Auftrag Karel Eusebius von Lichtenstein wurde ab 1660 östlich von Valtice Boří les (Kieferwald) angelegt, indem Tannen und Fichte aus anderen mährischen Gütern des Adelsgeschlechtes durch Kiefer ersetzt wurden.
Valtice im Jahr 1711
Im Besitz von Valtice ersetzte den Vater sein Sohn Jan Adam Ondřej. Als 1712 der Stammzweig von Karel ausstarb, ging das Gut an den von Gundakar gegründeten Zweig, und zwar an Gundakars Enkel Antonín Florián über. Sein Sohn und Nachfolger Josef Jan Adam hat das Schloss von Valtice noch erweitert.
1683 zog ein Teil der polnischen Hilfstruppen, geführt von König Jan Sobiesky, durch Valtice, um Wien zu helfen, das von türkischen Heeren umlagert war. In den Jahren 1704 und 1705 bedrohten die Stadt die ungarischen Kuruzen. In den Kämpfen im ersten schlesischen Krieg drangen im Winter 1742 die Preußen über Südmähren bis nach Valtice vor.
1679 – 1680 wurde Valtice von der Pest heimgesucht.
In den Jahren 1648 – 1781 hat sich das Gesamtaussehen der Stadt erheblich verändert. Der Bau des Schlosses, der Pfarrkirche und des neuen Klostergebäudes sowie des Krankenhauses der barmherzigen Brüder verliehen der Stadt ein für heute typisches Aussehen.
Die Stadt vermag es aus den Vorteilen einer Siedlungsstadt der Lichtensteins Nutzen zu ziehen. Im Schloss von Valtice siedelte zu den Zeiten Alois Josef Graf von Lichtenstein, der sich seit 1783 der Verwaltung seiner riesigen Herrengüter widmete. Die erstrangige Aufmerksamkeit widmete er der Forstwirtschaft und der Viehzucht. Nach seinem Tod leitete sein Bruder Jan I. Josef von Lichtenstein das Gut.
F. Bauer, 18th century
Die napoleonischen Kriege
Einen verhängnisvollen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt hatten Anfang des 19. Jh. die napoleonischen Kriege, verbunden mit den Durchzügen einheimischer sowie feindlicher Truppen durch die Region und begleitet von Geld- sowie Naturalrequisitionen sowohl für die kaiserlichen als auch für die französischen Truppen.
Schon im Dezember 1798 zogen russische Korps unter General-Heerführer Alexander V. Suvorov, die vom russischen Zar Pavel zur Hilfe Österreich entsandt wurden, durch die Stadt nach Italien.
Nach der Kapitulation Österreichs bei Ulm fiel Napoleon 1805 in Valtice und Mikulov in Mähren ein. Am 15. November marschierten seine Truppen durch Valtice in Richtung Mikulov und Brno. Am 2. Dezember 1805 siegte Napoleon in der berühmten Schlacht der drei Kaiser bei Slavkov. Die Friedensverhandlungen begannen am 6. Dezember im Schloss Mikulov und von der österreichischen Seite wurden sie von Jan I. Josef von Lichtenstein geführt.
In langen Schlangen marschierten Kolonnen österreichischer und russischer Gefangenen von der Schlacht am Slavkov durch Valtice. Die Stadt wurde von diesem Ereignis schwer betroffen. Bis 8. Januar 1806 wurden 11 622 Mann und 5 101 Pferd untergebracht!
Von Kriegsereignissen wurde die Stadt erneut im Jahre 1809 erfasst. Am 9. Juli 1809 besetzte der französische General Davout Valtice. Die Besetzung endete am 14. Oktober 1809 mit dem Abschluss des Wiener Friedensvertrages.
Ein Blick auf Valtice nach dieser Zeit war erschütternd. Die Schäden wurden infolge eines großen Brandes im Jahre 1807 noch größer.
Nach der Schlacht bei Leipzig und der Niederlage Napoleons tagte im Jahre 1814 in Wien ein Kongress europäischer Herrscher und Staatsmänner, der die Landkarte Europas neu regelte. Unter denen, die die Friedensabmachungen signierten, war auch der Inhaber von Valtice Jan I. Josef von Lichtenstein.
Anfang des 19. Jahrhunderts
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbauten die Lichtensteins in der Umgebung der Stadt mehrere Schlösser, wodurch sich die Möglichkeit bot, eine Arbeit zu ergreifen und Ernährung zu gewinnen, was zahlreichen Einwohnern ermöglichte sich mit der unerfreulichen wirtschaftlichen Lage auseinander zu setzen und ihr die Stirn zu bieten.
Die Lichtenstein legten in dieser Zeit Wert auf den Aufschwung der Stadt und die Hebung der umliegenden Landschaft.
Reistna
In den Jahren 1817 – 1823 entstand auf der Reistna eine Kolonnade, die eine Art Nachahmung des berühmten Wiener Schönbrunns war.
Im Wald nordöstlich von Valtice erhebt sich ein Diana-Tempel, genannt auch Rendez-vouz. Es ist ein prunkvoller Bau, der dem römischen Triumphbogen ähnelt. Er stammt aus den Jahren 1810 – 1813.
Unweit der Stadt wurde 1813 das Schloss Belvedere für die Fasanenzucht und Fasanenjagd erbaut.
1850 – 1852 wurden die Stadttore und ein Teil der Stadtmauern, die dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt im Wege standen, abgerissen.
Aufhebung der Leibeigenschaft
Im Reichsrat am 7. September 1848 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben. Auch in Valtice wurde diese Maßnahme mit einem großen Echo und Begeisterung empfangen.
Im Jahre 1848 nahm die Tätigkeit der Obrigkeitsbehörden, ebenso auch der Stadträte ihr Ende.
Auf Grund des kaiserlichen Erlasses vom 14. Juni 1849 wurden Bezirks-Hauptmannschaften und Bezirksgerichte errichtet.
In Valtice wurde am 1. Juli 1850 ein Bezirksgericht errichtet, dem die Gemeinden angehörten:
Bernardsthal
Bischoffwart (Hlohovec)
Drasenhofen
Falkenstein
Feldsgerg-Stadt (Valtice-město)
Garschőnthal (Úvaly)
Guttenbrunn
Hadersdorf
Hausbrunn
Herrnbaugarten
Katzelsdorf
Lichtenwart
Oberthemenau (Charvatská Nová Ves)
Ottenthal
Poysbrunn
Poysdorf
Rabensburg
Reinthal
Schrattenberg
Themenau (Poštorná)
Walterskirchen
Wetzelsdorf
Wilhelmsdorf
In der Stadt waren seit da an ein Bezirksgericht und ein Steueramt tätig.
Die politische Funktion übte bis 1854 die Bezirkshauptmannschaft in Poysdorf aus, die in Valtice ihre Expositur hatte.
In Valtice wurde am 1. Juli 1850 ein Bezirksgericht errichtet, dem die Gemeinden angehörten:
Bernardsthal
Bischoffwart (Hlohovec)
Drasenhofen
Falkenstein
Feldsgerg-Stadt (Valtice-město)
Garschőnthal (Úvaly)
Guttenbrunn
Hadersdorf
Hausbrunn
Herrnbaugarten
Katzelsdorf
Lichtenwart
Oberthemenau (Charvatská Nová Ves)
Ottenthal
Poysbrunn
Poysdorf
Rabensburg
Reinthal
Schrattenberg
Themenau (Poštorná)
Walterskirchen
Wetzelsdorf
Wilhelmsdorf
In der Stadt waren seit da an ein Bezirksgericht und ein Steueramt tätig.
Die politische Funktion übte bis 1854 die Bezirkshauptmannschaft in Poysdorf aus, die in Valtice ihre Expositur hatte.
1854 wurden die Gerichts- und die politische Macht erneut zusammengeführt und im Sitz jedes Bezirksgerichtes wurde ein gemischtes politisch-gerichtliches Amt errichtet. In Valtice übte dieses Amt bis 1867 seine Tätigkeit aus.
Im Jahre 1868 kehrte die Verwaltung erneut zur Trennung der politischen und der Gerichtsmacht zurück; es wurden politische Hauptmannschaften und Bezirksgerichte neu installiert.
Seit da an unterlag Valtice zur politischen Hauptmannschaft in Mistelbach.
Nach der Errichtung der Hauptmannschaft in Mistelbach setzte sich das Bezirksgericht von Valtice folgendermaßen zusammen:
Bernardsthal
Bischoffwart (Hlohovec)
Drasenhofen
Falkenstein
Feldsgerg-Stadt (Valtice-město)
Garschőnthal (Úvaly)
Guttenbrunn
Hausbrunn
Herrnbaugarten
Katzelsdorf
Ketzelsdorf
Klein-Hadersdorf
Klein-Schweinhardt
Lichtenwart
Oberthemenau (Charvatská Nová Ves)
Ottenthal
Poysbrunn
Poysdorf
Rabensburg
Reinthal
Schrattenberg
Steinabrunn
Stűtzenhofen
Themenau (Poštorná)
Walterskirchen
Wetzelsdorf
Wilhelmsdorf
Die Stadt behauptete sich in der Zeit den Ruf eines Zentrums der Region und eines Sommersitzes in der Nähe der kaiserlichen Metropole. Das Zentrum einer kaiserlichen Residenz und Zentrum von Behörden der Großgrundbesitze, des Bezirksgerichtes brachten den Vorteil mit sich, dass Valtice nach wie vor eine Zentralgemeinde für die umliegenden Ortschaften blieb. Eine ganze Menge von Gewerbe- und Handwerktreibenden waren hier ansässig .
Der erste Zug
Am 29. Dezember 1872 fuhr auf der neuen Eisenbahnstrecke Břeclav-Valtice-Hrušovany na Jevišovkou-Znojmo der erste Zug, der von der Lokomotive Thaya gezogen wurde.
Großgrundbesitz von Lichtenstein
Valtice bildete das Zentrum des Großgrundbesitzes von Lichtenstein. Dieser Großgrundbesitz besorgte die Verwaltung der Großgrundbesitze in Niederösterreich.
Außer des angeführten Großgrundbesitzes förderte auch der Ortsverein für Landwirtschaft und Weinbau, gegründet 1855, die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion. Es war einer der größten und wichtigsten landwirtschaftlichen Vereine in Niederösterreich. Der Verein bedeutete für die Entwicklung des landwirtschaftlichen Unternehmens in der Region sehr viel. Vor allem machte er sich in der Werbung und Durchsetzung des Weinbaus von Valtice geltend, der sich im Wettbewerb niederösterreichischer Weine nur schwer durchzusetzen vermag.
Der Verein besaß eine eigene Weinrebe-Baumschule, für die ausgewählte Pflänzlinge aus Klosterneuburg besorgt wurden. Zum Initiator neuer Ideen wurde die im Jahre 1873 gegründete Garten- und Weinbauschule, die seit 1877 einen Landescharakter besaß.
Der Valticer Wein konnte sich in der Konkurrenz besserer Sorten österreichischer Weine erfolgreich durchsetzen, trotzdem aber verzeichnete der Weinbau im 19. Jahrhundert eine Stagnation, verursacht durch die Verbreitung von Weinreberost und Reblaus.
Krankenhäuser und Schulen
Valtice ist auch durch zwei Krankenhäuser berühmt geworden. Die Krankenhausbauten aus den Jahren 1668 und 1751 reichten sowohl mit ihrer Kapazität nicht mehr aus und wurden mit ihrer Ausstattung den Anforderungen der Zeit nicht mehr gerecht. So wurde nach längeren Verhandlungen Ende des 19. Jahrhunderts unter einem erheblichen Aufwand des Fürsten Jan II. von Lichtenstein ein neues Krankenhaus mit 100 Betten erbaut. Der Grundstein wurde am 31. Juli 1890 gelegt. 1894 wurden auch ein Seziersaal und eine Einsegnungskapelle erbaut.
Neben diesem Krankenhaus gab es auch ein Frauenhospital, verwaltet von Ordensschwestern der Kongregation Barmherziger Schwestern. Das Frauenhospital verfügte über 60 Betten.
Da man in der Stadt einen beträchtlichen Mangel an Schulgebäuden verspürte, wurde 1896 im seitlichen Schlossgebäude ein Gebäude einer Knabenschule eröffnet, nachdem schon 1877 ein neues Gebäude der Gemeinschule und 1885 ein Kindergarten eröffnet wurden.
Am 7. September 1887 wurde ein neues Gebäude des Rathauses der Stadt Valtice eröffnet.
Österreichisch-preußischer Krieg
Das Leben der Stadt wurde durch den österreichisch-preußischen Krieg 1866 zerstört. Die ursprüngliche Demarkationslinie zwischen den beiden Heeren bildeten von der österreichischen Seite her die Orte Herrnbaumgarten-Feldsberg (Valtice)-Bernardstahl, wo sich die II. Österreichische Armee aufhielt. Die preußischen Heere drangen stets in Richtung Wien. Am 20. Juli 1866 machten sie sich in Valtice ansässig, un zwar die Kommandantur des Prinzen Albert von Preußen, der im Schloss seine Residenz hatte und der Stab des Prinzen Friedrich Karl und später des Generals Schmied. In der Stadt erschien auch der deutsche Kaiser Wilhelm I., Kanzler Otto von Bismarck und General Moltke.
Durch die Stadt zogen rund 48 000 Soldaten mit 13.329 Pferden.
Ein schneller Abgang der preußischen Truppen erfolgte nicht nur infolge am 25. Juli 1866 in Mikulov unterzeichneten Stillstandes, sondern auch die Pest, die sich sowohl unter den Soldaten sowie den einheimischen Einwohnern sehr schnell verbreitet hatte.
Die Folgen des Stillstandes von Mikulov waren sowohl fürs Ausland als auch für die Innenpolitik Österreich weitreichend. Es wurden die Ursachen gebildet, die zum ersten Weltkrieg und schließlich zum Zerfall Österreich-Ungarns führten.
Beginn des 20. Jahrhunderts
Die Stadt hatte am Anfang des 20. Jahrhunderts außer zwei Ziegelwerken und einer Weinfabrik keine Industrie. Die Einwohner beschäftigten sich zu 80% mit der Landwirtschaft, namentlich mit Obstbau, weniger dann mit Weinbau.
Valtice blieb nach wie vor das Zentrum des Lichtenstein- Gutsbesitzes und der Gemeinderat vermochte es aus dieser Tatsache für den Aufschwung und den Aufbau der Stadt viel zu gewinnen.
Das bezeugt auch der Aufbau der Stadt in dem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts. Die Stadt modernisierte sich.
Neben dem Bau der städtischen Wasserleitung dachte man auch an de Errichtung der Kanalisation.
Im Jahre 1909, aus Anlass des 50. Jubiläums des Fürsten Jan II. von Lichtenstein wurden auf seine Kosten ein Jubiläumskrankenhaus und ein Isolationshaus erbaut und an die Gemeinde übergegeben.
Die Gemeinde dachte auch an die Errichtung eines Stadtbades in den Jahren 1911 – 1912. Ende 1914 beschloss der Gemeinderat ein städtisches Elektrizitätswerk zu erbauen.
Am 1. April 1910 wurde die erste telephonische Verbindung mit der Welt getätigt und im Januar 1914 wurde im Gartensaal des Gasthofes Hage ein Kino eröffnet.
Der 1. Weltkrieg
Die Schüsse in Sarajevo am 28. Juni 1914, der Trauer- Gottesdienst für den Thronfolger Franz Ferdinand in der Pfarrkirche von Valtice am 4. Juli 1914 deuteten an, dass lange Jahrzehnte der Ruhe und des wirtschaftlichen Aufschwungs aus sind.
Die Kundmachung am Postamt der Stadt Valtice am 31. Juli 1914 verkündete das Schlimmste – die allgemeine Mobilisation.
Der Krieg hat die Lebensweise der Stadtbewohner völlig verändert. Es kamen neue Sorgen und Probleme, denn der Krieg forderte einen Nachschub von neuen und neuen Soldaten. Die Front erstattete Soldaten zurück, allerdings nur Verkrüppelte, Verletzte und Kranke. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wurde mit Hunderten verletzter Soldaten überfüllt.
Neben den Lebensverlusten waren Flüchtlinge und Gefangene, die nach Valtice kamen, eine weitere Begleiterscheinung des Krieges. Im Jahr 1915 waren es italienische Flüchtlinge und um Jahre 1916 ruthenische Flüchtlinge.
Die Tschechoslowakische Republik
Der grauenhafte Weltkrieg, der die alte Welt zerschlagen hatte, war am Ende. Valtice mit Umgebung, bis vor Kurzem in einem tiefen Hinterland in der Mitte der Monarchie, empfand sich plötzlich in einer dichten Grenznähe. Einige Kilometer nördlich von hier führte die Demarkationslinie und hinter ihr ein neuer Staat – die Tschechoslowakische Republik.
Am 10. September 1919 wurde in Saint Germain-en-Laye bei Paris der Friedensvertrag unterzeichnet. Gemäß Artikel 27, Absatz 6 des Vertrages gehörte Valtice mit der ganzen Umgebung der Tschechoslowakischen Republik. Am 16. Juli 1920, dh. nach einem Jahr nach der Verfassung des ersten Protokolls, trat der Vertrag in Kraft.
Im Oktober 1919 siedelte die Gendarmerie und das Steueramt nach Poysdorf über.
Am 31. Juli 1920 vormittags fand die Übernahme der Stadt Valtice und der Gemeinde Úvaly durch Organe der tschechoslowakischen Staatsmacht statt.
Am 20. September 1920 wurde der Unterricht in der tschechischen Zwei-Klassen-Gemeindeschule aufgenommen. Im Laufe des Herbstes war die Anzahl der Schüler rasch angestiegen, und dass nicht nur dadurch, dass Kinder der zugewanderten Eisenbahn-Angestellten, Lehrer, Finanzwächter und Gendarmen in die Schule kamen, sondern vor allem dadurch, dass ein Knabenweisenhaus der Stadt Brno nach Valtice umzog und die Anzahl der Schüler der tschechischen Schule erreichte im folgenden Jahr die Nummer 159.
Wirtschaftlich blieb die ökonomische Grundlage der Stadt in der Landwirtschaft, obwohl gewisse Änderungen verzeichnet wurden. Der Weinbau, der vor dem ersten Weltkrieg in Stadt und Umgebung eine Krise durchmachte, verbesserte nach dem Anschluss zur Tschechoslowakischen Republik seine Position. Ein erhöhtes Interesse an der Weinproduktion trat darin zutage, dass 1923 eine Weinbau-Aktiengesellschaft „Société Vinicol“ gegründet wurde, die den Kreuzkeller in ihre Verwaltung übernahm und sich auf die Sekt-Produktion spezialisierte.
In der Stadt entstand eine ganze Reihe kleinerer Unternehmen:
Ein Schuhwerk der Firma Busi
1921 gegründet ein Emil-Blum-Konservierfabrik
1927 eine Gurkenfabrik der Firma Hejtmánek
1927 Produktion von Sodawasser Smidta
1935 ein Werk für die Herstellung von Eisenwaren R. Weiss
1936 Spirituosenfabrik A. Bittner
Daneben waren drei Ziegelwerke, zwei Mühlen, ein Elektrizitätswerk und eine Druckerei Josef Výška in Betrieb.
Alle diese Betriebe gingen im Jahre 1945 zugrunde.
Am 20. Juni 1928 wurde Valtice von Präsident der Republik T.G. Masaryk besucht.
Entwicklung der Stadt
Die Stadt Valtice konnte sich eine Position aufrechterhalten, die das Leben der Stadt wesentlich beeinflusste und aufgrund welcher sie sich von den anderen deutschen Städten des südmährischen Grenzgebietes unterschied. Sie war eine Residenzstadt – Sitz der Fürsten von Lichtenstein. Ihr Geist und ihr Reichtum beherrschte noch zu den Zeiten der ersten (Vorkriegs-) Republik das gesamte Leben der Stadt und prägte nicht nur sie, sondern auch die Umgebung.
Die Lichtensteins – nicht nur dass sie mit den Gütern gut wirtschaften konnten, sie scheuten es nicht, Mittel für die künstlerische Ausschmückung der Schlösser und Schlösschen reichlich zur Verfügung zu stellen und auch der Stadt wurde bei ihrer Entwicklung von ihnen eine sehr wirksame Hilfe zuteil.
In den zwanziger und dreißiger Jahren stand an der Spitze des Großgrundbesitzes nach wie vor Jan II. von Lichtenstein, der seinen Dauerwohnsitz und ein Kabinettbüro in Valtice hatte.
Er verstarb am 11. Februar 1929 und zu seinem Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder František ernannt, der seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf Wirtschaftsprobleme lenkte. Nach seinem Tod am 25. Juli 1938 trat das Enkelkind des Vetters des Jan II., František Josef als sein Nachfolger an.
In den dreißiger Jahren entwickelte sich die Stadt weiter. Vor allem wurde das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder durch den Bau eines neuen Traktes wesentlich erweitert. Es kam zur Fusion des öffentlichen Stadthospitals mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.
Auch der Weinbaumschule wurde eine Reihe von Anerkennungen zuteil, sowohl im In- als auch im Ausland. Am 5. Juli 1933 wurde ein Tonkino feierlich eröffnet.
Am 7. März 1935 wurde der Präsident T.G. anlässlich seines 85. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt erklärt.
Am 14. Juni 1936, 8 Jahre nach dem Besuch des ersten Präsidenten der Republik T.G. Masaryk, besuchte sein Nachfolger Dr. Edvard Beneš Valtice.
Zu dieser Zeit trat Valtice bereits in eine Zeitspanne voll von durchgreifenden Umwandlungen ein. In den Tagen voll von stürmischen politischen Ereignissen zog das Schloss für eine kurze Zeit die Aufmerksamkeit auf sich, wo am 25. Juli 1938 der Fürst František I. von Lichtenstein verstarb. Der Geschlechtsherrschaft nahm sich František Josef von Lichtenstein an.
Der 2. Weltkrieg
Das Münchener Diktat vom 30. September 1938 bedeutete für den tschechoslowakischen Staat eine Katastrophe. Aus Valtice wurde sämtliches Eigentum tschechischer Schulen, die tschechische öffentliche Bibliothek, ein Puppentheater, Projektionsgeräte, Klaviere udglm. evakuiert und nach Břeclav abtransportiert.
Am 8. Oktober 1938 betraten die Militärtruppen des 71. Artillerieregimentes der Wehrmacht Valtice. Die tschechischen Schulen wurden unverzüglich geschlossen. Auf Befehl der Gestapo von Mikulov wurde am 25. Oktober 1938 die Tätigkeit sämtlicher tschechischer Vereine eingestellt und ihr Eigentum beschlagnahmt.
Im November 1938 wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder eine Kommissarverwaltung eingeführt. Das bedeutete nicht nur die Entlassung des tschechischen Personals, sondern später auch der Ordensbrüder – der Pfleger.
Mit dem Krieg erschienen die ersten Gefangenen in Valtice. 1939 waren es polnische Soldaten, seit 1940 französische Soldaten, die in der Landwirtschaft arbeiteten.
Im Februar 1944 füllte sich die Stadt mit Flüchtlingen aus Wien, das immer öfter bombardiert wurde.
Das Bombardement von Břeclav am 20. November 1944 bekam Valtice an der Masse von Verletzten zu spüren, denen im hiesigen Krankenhaus ärztliche Hilfe geleistet und medizinisch behandelt wurden. Im Dezember veränderte sich die Stadt vollständig in eine Frontstadt. Im Rathaus fand der Stab des militärischen Versorgungskorps sein Domizil und am 18. Dezember wurden die örtlichen Schulen geschlossen und für die Zwecke der Feldlazarette geräumt.
Am 7. und 8. April 1945 wurde durch die Stadtbehörden die Verordnung zu einer freiwilligen Evakuierung der Bevölkerung erlassen. In Valtice gehorchten nur Beamte und ein Teil der Stadtbevölkerung dieser Anordnung und solange sie Transportmittel besaßen, verließen sie die Stadt.
Die Befreiung von Valtice kam vom Süden. Durch Valtice gingen Truppen des 27. Schützenkorps. Die Befreiung der Stadt ging ohne einen größeren Widerstand am 21. April 1945 in den Vormittagsstunden über die Bühne, als Soldaten der 141. Schützendivision Valtice betraten. Bei den mit der Befreiung von Valtice zusammenhängenden Kämpfen fielen jedoch 14 sowjetische Soldaten, indem die Soldaten der Befreiungsarmee den harten Widerstand deutscher Soldaten überwinden mussten, die von den 1936 – 1938 gegen die deutschen Feinde erbauten Grenzfestungen ausnützten.
Der Stadt Valtice öffnete sich so in der befreiten Tschechoslowakischen Republik ein neuer Weg.
Nach dem Krieg
Schon im Laufe der Monate Mai und Juni 1945 trafen neue tschechische Ansiedler, meistens aus der nahen Umgebung, in Valtice ein.
Am 29. Juli 1945 wurde eine Verwaltungskommission installiert. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, einigen negativen Seiten der Elementarbesiedlung die Stirn zu bieten, Sicherheit und Ordnung in der Stadt sicherzustellen. Bald zeigte sich, dass sich diese Voraussetzung nicht erfüllen sollte.
Am 8. September 1945 wurde der neu konstituierte Orts- Nationalausschuss gebilligt.
Die Stadt Valtice stand vor riesigen und komplizierten Aufgaben, die man in solch einem Ausmaße nie vorher kannte.
In erster Linie handelte es sich um die Aussiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung. Noch vor der Aufnahme einer organisierten Aufschiebung ging ein Teil der deutschen Bürger im Laufe des Jahres 1945 über die Grenze nach Österreich.
Auf Grund einer Kundmachung der Bezirksverwaltungskommission in Mikulov Akt.-Nr. 7380/62-X vom 19. März 1946 wurden in der Gemeinde Valtice insgesamt 2466 Personen deutscher-ungarischer Abstammung als Feinde des tschechischen und des slowakischen Volkes bezeichnet. Allen Personen wurde nach §1, Abs. 1 des Dekrets des Präsidenten der Republik vom 21. Juni 1945, Nr. 12 Slg. „über Konfiszierung und einer beschleunigten Aufteilung des landwirtschaftlichen Guts Deutscher, Ungarn wie auch der Verräter und Feinde des tschechischen und slowakischen Volkes“ sämtliches landwirtschaftliches Gut zwecks Bodenreform konfisziert.
Wie schwerwiegend diese Änderungen waren, belegen auch die Zahlangaben von dem beschlagnahmten Gut. Im Mai 1945 wurde in Valtice sämtliches Gut der Deutschen konfisziert, und das 3178 Hektar, 84 Häuser gemäß Dekret 12/ 45 Slg und 442 Häuser gemäß Dekret 108/ 45 Slg.
Von dem Großgrundbesitz der Lichtensteins wurde 1945 ein Staatsgut gebildet.
Die Aufschiebung, die im August 1945 begann, wurde im Grunde im Juli 1946 vollendet.
Sehr schwierig war die neue Besiedlung der Stadt.
Valtice, wohlbekannt aus den Zeiten der ersten Republik, lockte an.
Einige Ansiedler kamen mit einem aufrichtigen Verlangen ein neues und ständiges Heim hier zu bilden, eigenen Boden und eigenes Haus zu gewinnen, und sie handelten und arbeiteten dementsprechend. Es kamen jedoch auch solche, die rücksichtslos ihren persönlichen Nutzen verfolgten, mit dem zugeteilten Boden schlecht wirtschafteten und anschließend eilig mit leicht erworbenen Sachen von Valtice ein Abschied nahmen.
So kam es in den Jahren 1945 bis 1948 zu einer verhältnismäßig großen Bewegung der Bevölkerung.
1948 blieben in Valtice 14% der ursprünglichen Bevölkerung, 86% bildeten Neuankömmlinge.
Die Zeitspanne zwischen 1945 bis Februar 1948 war in Valtice recht kompliziert, Der große Zustrom von Menschen unterschiedlicher Herkunft sollte die Grundlage der Bevölkerung von Neu-Valtice bilden.
Februar 1948
Der Februar 1948 wurde auch für Valtice ein bedeutender Grenzstein. Es wurde damals von dem weiteren Weg unserer Gesellschaft entschieden.
Kleinere Sakralbauten
Schlösschen Belveder
Ein Barockbau mit einer Kuppel in der Mitte und mit zwei Seitenflügeln. Erbaut ungefähr in der ersten Hälfte des 19. Jh. Es diente wie eine Fürsten-Fasanerie.
Springbrunnen
In der Mitte des Marktplatzes steht ein Marktbrunnen mit einer Sandsteinplastik eines Mädchens vom Bildhauer Josef Bayer aus dem Jahre 1816.
Pestsäule
Erbaut 1680 als Betsäule aus Dank, dass in der Stadt die Pestepidemie zu Ende gegangen war. Im oberen Teil eine Statue der Jungfrau Maria und auf dem niedrigeren Sockel stehen 4 Plastiken, die die Himmelsrichtungen genau zeigen.
Pforte am Marktplatz
Wenn Sie vom Marktplatz in Valtice in Richtung Schloss gehen wollen, stoßen Sie auf beiden Seiten der Passage auf zwei Plastik-Reliefs. Über beiden sind lateinische Inschriften zu lesen, deren buchstäbliche Übersetzung für tschechisches Ohr höchstwahrscheinlich als lächerlich klingen würde. Daher haben wir uns für eine mehr freie und sinngemäße Übersetzung entschieden. Aber solche, damit die zwei Mitteilungen im Sinne des Gesagten einander anknüpfen.
Links von dem Eingang, über der ´Göttin mit Helm´, finden wir diese Mitteilung: „Liebenswürdigkeit vergisst man nicht.“
Rechts über dem ´Engel mit Trompete´ knüpft an die vorhergehende Behauptung an: „(Jedoch) der Glanz des Glaubens überlebt auch Stein.“
Rendez-vous (Diana-Tempel)
Nach Plänen des Baudirektors Josef Hardmuth erbaute der Architekt Josef Kornhäusel in den Jahren 1810 – 1812 ein Empiregebäude, genannt Tempel (nicht selten wird er auch mit Rendevous bezeichnet). Ein Monument inmitten des Waldes, den römischen Triumphbogen nachahmend, diente Jan I. und seinen Gästen bei den häufigen Jagden als Ort der Jagdfrühstücke, die in einem umfangreichen, ein ganzes Stockwerk einnehmenden Saal stattfanden. Die Jagdgöttin Diana, der der Bau eingeweiht wird, wird im Zentrum des Mittelreliefs der Fassade auf einem auf einer Säule aufgesetzten Thron dargestellt. Sie trägt ihren Attribut auf dem Kopf – eine Mondsichel, denn sie wurde auch mit der Mondgöttin identifiziert. Die Jagszenen (Hirsch- und Wildschweinjagd) befinden sich auf der südlichen Eingangsseite, auf der Nordseite finden wir in den Reliefen Motive der Fabel aus der Antike (badende Nymphen, die von Kupidos beobachtet werden). Die Fassade wird durch 4 mächtige vorgezogene Säulen mit korinthischen Kapitellen ergänzt. Die lateinischen Inschriften von den beiden Seiten des Baus deuten die Jagdbestimmung an:
Die Vorderseite des Baus: „Der Jagdgöttin Diana und ihren Verehrern Jan Fürst von Lichtenstein 1812.“
Die Rückseite des Baus: „Dieser Tempel, du helle Fébos-Schwester , wird dir eingeweiht, ohne Schaden soll der Hain wachsen zu deiner Ehre immer.“
Öffnungszeiten
April und Oktober
9.00 – 16.00 (Sonnabend und Sonntag)
Mai – September
9.00 – 17.00
Die letzte Führung eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit.
Kontakt
Státní zámek
691 42 Valtice
tel.: +420 519 352 423
fax: +420 519 352 680
e-mail: valtice@pambr.cz
Verwaltung: V. Moravčíková
tel.: 603 867 966
Das Jagdschloss Rendez-vous kann man jederzeit mieten (der Hauptsaal -ca. 60 Personen, kleiner Saal – 15 Personen) z. B. für Konzerte, Hochzeitsfeiern, Schulungen, Präsentation udglm. Ausführlichere Information in der Verwaltung des Schlosschen Rendez-vous.
Kolonnade
Genannt auch Reistna wurde am Rande des Waldkomplexes südlich der Stadt in der unmittelbaren Nähe der heutigen Staatsgrenze von dem Valticer Baumeister Josef Popellach nach dem Vobild der Kolonnade Schönbrunn in den Jahren 1810 – 1817 erbaut. Sie wurde auf Antrag des Jan Josef I. von Lichtestein als Andenken an den Vater (František Josef) und an die Brüder (Filip und Alois) verfertigt. Ihre Plastiken gemeinsam mit der Statue des Initiators des Baus, sind in den Nischen zu finden. Der Säulenreihe dominiert ein Triumphbogen. In der Zeit, als sich dieser Bau in der Grenzzone befand, wurde an deren oberen Seite ein Meldeposten der Grenzwache aufgestellt und das ganze Objekt war der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zugänglich gemacht wurde es erst nach der Wende im Jahre 1989. Dominiert dem höchsten Hügel des ganzen Komplexes, von welchem aus sich ein wunderschöner Ausblick bietet (Mikulov, Pálava, Auwälder, Lednice, Niederösterreich, Weiße Karpaten (Tschechisch-Slowakisches Grenzland) und das Lednice-Valtice-Areal).
Auch die Kolonnade von Valtice beherbergt zwei Inschriften – diesmal in Deutsch.
„Der Sohn an seinen Vater, Brüder (seine).“
„Es soll nicht vergessen werden (ein ewiges Andenken) – der einzige überlebende Sohn“.
Konvent der Barmherzigen Brüder
Konvent der Barmherzigen Brüder (Hospitalorden des St. Johannes von Gott) mit der St.-Augustin-Kirche.
Spital der Barmherzigen Schwestern
Neugebäude in der Mikulovská- Strasse.
Franziskanerkloster
Seine Reste stehen auf der Strasse Sobotní (altes Konferenzzimmer der Mittelschule für Winzerbau in Valtice)
Rathaus
Wurde unter einem bedeutenden Bürgermeister Karl Haussner von dem Baumeister Jan Drechsler 1887 im Neurenaissance-Stil erbaut. Das Gebäude hat einen einzigartigen Zeremoniellsaal, verziert mit herrlichem Stuck. Auch heute ist er der Sitz des Bürgermeisters.
Schlosspark
Das umfangreiche Schlossgelände entstand durch einen Umbau einer gotischen Burg in den Jahren 1643 – 1730. Vier Fronten des Schlosses schließen einen umfangreichen Hofplatz ab. Zum eigentlichen Schloss gehörte auch ein kleineres Theater, eine Reitschule und ein Pferdestall. Die Umgebung ist terrassenartig hergerichtet und verfügt über eine ganze Menge von Skulpturen. Der Garten mit dem Schloss wurde 1727 gegründet und wurde unter Josef Václav Lichtenstein in der Hälfte des 18. Jh. weiter ausgebaut. Der regelmäßige Teil wurde durch Alleen mit einem englischen Park verknüpft, in welchem sich auch Haine von Obstbäumen, zwei Altane, eine künstlich angelegte Grotte und ein Altan (gloriet) befanden.
Auf der rechten Seite des Schlosses kommt man über eine sich längst dehnende Terrasse in den eigentlichen Park. An eine kleinere Stirnwand eines imposanten Gebäudes knüpft eine ausgedehnte, leicht hügelige Lichtungswiese, die einen eigentlichen Abstand bildet, und der Fuß des gegenüberlegenden Berghanges, der als ein vollständiges Freilichttheater hergerichtet worden ist. Diese Theaterdisposition wird in den oberen Partien mit höherem Holzgewächs umsäumt, das einen Hintergrund für die Sandstein-Skulpturen, die Szenen aus der Mythologie näher bringen, darstellt. Unweit von dort befindet sich ein Tennisplatz. Der hintere Teil des Parks ist landschaftlich, mit der Natur korrespondierend, hergerichtet ( Wiesen, Hänge, Lichtungen). Ein romantisches Element stellt die künstliche Grotte „Höhle“ dar. Wertvolle Gehölze finden wir im ganzen Park verstreut.
Schlosskapelle
Erbaut 1726 zu den Herrschaftszeiten des Jan Adam von Lichtenstein. Der Autor des Entwurfs ist der bedeutende österreichische Architekt, der in den Diensten der Lichtenstein auch an anderen Orten Mährens wirkte, Jan Bernard Fischer von Erlach. Die Kapelle, die die Höhe von zwei Stockwerken des südlichen Schlossflügels einnimmt, ist von einem Mulde eingewölbt, sehr reichlich mit einer sog. illusionistischen Zeichnung verziert, die einen Eindruck einer vielfältigen architektonischen Gliederung der Wände und der Decke hervorrufen soll. Die Freske auf der Decke zeigt einen Blick in den Himmel mit der Zentralfigur des Gottes Vaters. Die Autoren der Verzierung sind Antonio Beduzzi und Domenico Mainardi. Auf der Decke ist in lateinischer Sprache folgendes Bibelzitat zu lesen:
„(Hoch) der Gott im Himmel und auf erden Friede den Menschen guten Willens.“
Das Altarbild veranschaulicht das Motiv der Anbetung der Hirten bei der Geburt Christi und ist eine Kopie des Gemäldes von Quido Reni (1575 – 1642). Beachtenswert ist auch die reiche plastische Ausschmückung, deren Autor František Bienert ist. Der hat die Ausschmückung des Hauptaltars mit der Ausstattung der Seitenaltare harmonisch verknüpft.
Das Schloss von Valtice
Das Schloss Valtice wurde unweit der einstigen mittelalterlichen Burg, die bereits Ende des XII. Jahrhunderts erwähnt wird, erbaut. Die Burg gehörte des Geschlechts der Seefelder. Nachdem später die Lichtensteins den Großgrundbesitz erlangten, wurde hier ein Renaissanceschloss erbaut. Der Bau des gegenwärtigen Barockbaus wurde Ende des XVII. Jahrhunderts von Karel Eusebius von Lichtenstein in Angriff genommen, ein gebildeter und viel bereister Angehöriger dieses mächtigen Adelsgeschlechtes. Valtice wurde zum Stammsitz der Familie, erbaut unter Teilnahme erstklassiger Architekten (F. Carrati, G.G. Tencalla, A. und K. Ern, D. Martinelli, A.J. Ospel). Die endgültige Gestalt verlieh dem Schloss der namhafte österreichische Architekt J. B. Fischer aus Erlach. Es entstand einer der bemerkenswertesten Barockkomplexen in Mähren.
In der 1. Hälfte des XIX. Jahrhunderts unter Jan I. von Lichtenstein wurde eine umfangreiche und einzigartige Herrichtung des ganzen Geländes vorgenommen, es wurde ein Komplex von Parkbauten im Raum zwischen Valtice und Lednice, wo die Lichtenstein ihren Sommersitz hatten, erbaut. Dem Geschlecht der Lichtenstein gehörte der Großgrundbesitz bis 1945, wenn es zu Staatseigentum wurde. 1950 wurde das Schloss für die Öffentlichkeit eröffnet, in den sechziger Jahren wurde eine Rekonstruktion in Angriff genommen. Aus der Zeit stammt auch die derzeitige Installation.
Schloss-Äußere
Das Zwei-Stockwerk-Barockschloss hat eine abgeschlossene Zentral- und Vier-Flügel-Disposition, die einen quadratischen Hofplatz umzingelt. Es ist diagonal situiert, mit dem Eingangsportal nach Nordosten. An der nördlichen Seite wurden Parterre- und Ein-Stockgebäude eines Pferdestalls und einer Reitschule zugebaut. Es sind eine Spanische Reitschule mit staatlichen abgetrennten Groteskplastiken und ferner eine Winter-Reitschule erhalten geblieben. Beide dienen zur Veranstaltung unterschiedlicher Gesellschaftsveranstaltungen und umzingeln einen Ehrenhof.
In das Schloss tritt man durch ein reich verziertes Zentralportal, darüber ragt ein Viereckturm empor. Das Schloss von Valtice bildet den Südpol des einzigartigen Lednice-Valtice (Lichtenstein)- Areals.
Bilder des Schlossinneren
Schlossinnere
Den Besuchern ist das 1. Stockwerk des Schlosses zugänglich, dass ein Bild vom Leben des Adels in der Barockzeit vermittelt. Die Innenräume wurden in Form einer freien Rekonstruktion erneuert. Sie umfassen insgesamt 17 Zimmer, eingerichtet im Barock- und Rokokostil. Die Zimmerdecken sind mit vergoldeten Stucken und wunderschönen Gemälden verziert.
Die Besichtigung beginnt im Speisesaal genant Marmorsaal mit weißen Rokokomöbeln und einer Sammlung vom orientalischen Geschirr.
Der Lüster ist eine Triton- Plastik, dessen Zunge der Tragknochen des Sägefisches war.
Es folgt der Gesellschaftssaal, früher Kaisersaal, mit einem vorgeschobenen kleinen Salon, verziert mit Deckengemälden griechischer Götter. Das Boudoir mit Rauchsalon wurde für Herren bestimmt. Die Deckengewölbe stellen den Gott der Raucher Hephaistos, der an die Göttin Athen Waffen übergibt.
Der große Tanzsaal ist der größte Repräsentationsraum des Schlosses. Die Wände sind mit Marmorimitation mit vergoldeten Musikinstrumenten geschmückt. Die Möbelstücke stammen aus der Rokokozeit, die Lüster sind aus böhmischem Kristall gefertigt.
Drei weitere Salons – Gelber, Roter und Grüner Salon – werden von einer besonderen Farbenkomposition geprägt. Im gelben Salon wird eine Reihe idealistischer und schwärmerischer Landschaftsmalereien des Holländers Hans de Jode vorgestellt. Sie stammen aus dem XVII. Jh. Die Kollektion wird durch chinesische Vasen ergänzt.
Der Rote Salon wurde auch Olympiasalon nach dem Deckengemälde mit Olympiagöttern genannt. Die Wände sind mit rotem Brokat bezogen, orientalische Vasen werden mit goldenem Dekor verziert. Der Grüne Salon wurde nach einer auf der Decke dargestellten Szene mit Agamemnon auch Troja-Salon genannt.
Dem Südwinkel des Schlosses dominiert der Saal der Vorfahren mit einem Deckengemälde, auf welchem die Wissenschaft und Kunst allegorisch dargestellt sind. An der gegenüberliegenden Seite dann die „Schwelgerei – Trunksucht“. Die aus der Repräsentationsgalerie der Familie Lichtenstein stammenden Portraits stellen Joseph Johann und Johann Adam dar. Der Ecken-Salon des Prinzen Karl ist dem Andenken an Karl VI., den Vater von Maria Theresia gewidmet, der hier übernachtete. Bemerkenswerte französische Etuis, verziert mit vergoldeter Bronze, stellen einen Gipfel der Kunst ihrer Zeit dar.
An den Wänden eine langen Ganges hängen Portraits römischer Kaiser. Abgebildet sind hier Nero, Titus, Villtelius und Gaius Julius Caesar.
Vom Gesichtspunkt der künstlerischen Bearbeitung bildet die Schlosskapelle den merkwürdigsten Raum im ganzen Schlosskomplex, situiert in der westlichen Ecke. Sie verfügt über eine reiche Stuck- und Malerverzierung, die Wände sind marmorverkleidet. Sie verfügt auch über eine hervorragende Akustik und wird daher oft zu Musikproduktionen benutzt.
Weitere bemerkenswerte Räume folgen in der Nordwestfront. Man kann hier das Fürstenarbeitszimmer, das Spiegelkabinett, eine barocke Gemäldegalerie, weiter ein Schlaf – und ein Empfangszimmer sehen.
In der Nachbarschaft der Kapelle befindet sich ein herrlich verziertes Spiegelkabinett. Gemeinsam mit einem weiteren Arbeitszimmer bildete es einen Bestandteil des Appartements der Fürstin. Es ist mit Spiegeln in vergoldeten Rahmen verkleidet, die Büste ist eine Replik des Kopfes des Philosophen Seneca, die Deckengemälden versinnbildlichen den Morgen mit der Reinigung der Göttin Aphrodite.
Das Deckengemälde im Arbeitszimmer der Fürstin stellt eine Allegorie des Abends dar, an der Front dann die Ankunft der Königin Kristine nach Rom. Der Arbeitstisch und die Schränkchen sind mit Elfenbein verkleidet.
Die Gemäldegalerie beherbergt einen Komplex von 29 Gemälden – Landschaftsmalerei sowie Szenen aus dem Leben. Sie sind ein Rest der Sammlungen aus der Zeit der Romantik, die Ende des II. Weltkrieges vernichtet wurden. Das Deckengewölbe wird von dem größten Deckengemälde – „Göttin Diana kehrt von der Jagd zurück“ – verziert.
Das Gemälde von G. Liebalt „Leben mit Trophäen“ ist eines der ältesten Bilder mit der Thematik der Jagdtrophäen in Europa.
Dem Fürstenschlafzimmer dominiert ein Bett, das ein typisches Muster einer Stelle ist, an welcher der Fürst in der Barockzeit die besuche empfing und die Schlosszeremonien tätigte. Die Deckendekoration stellt die Allegorie des Frühlings dar. Das Empfangzimmer in der Nachbarschaft diente Gästen und besuchen. Aus den Fenstern bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die umliegende Landschaft.
Fotos des Hofplatzes des Schlosses
Die Sonnenuhr befindet sich im Hof des Schlosses. Eine Uhr findet man an der Westseite, eine andere an der Ostseite des herrlichen Schlosses, das seit dem 14. Jh. den Lichtenstein gehörte.
An der Westseite – beleuchtet vom Osten – steht in Latein eine Inschrift, die man sinngemäß übersetzen kann: „Die Zeit arbeitet zu den Jahren unseres Alters hin“.
An der Ostseite (beleuchtet vom Westen) – finden wir wieder in Latein diese Weißheit: „Zeiten der Lustbarkeiten kommen vor den Zeiten des Schmerzes.“
Kirche Maria Himmelfahrt
Ein Renaissance-Barockbau, den der Fürst Karel Eusebius Lichtenstein in den Jahren 1634 – 1671 erbauen ließ. Die Kirche verblüfft mit ihrer Größe – 48 m Länge, 28 m Breite, 34 m Höhe. Die ursprüngliche Kirche von Valtice wurde durch einen Monumentalbau ersetzt, projektiert von dem italienischen Architekten in den Diensten der Lichtenstein Giovanni Giacoma Tencalla. Nach einer Havarie der Wölbung 1641 wurde der Bau von Ondřej Erna aus Brno vollendet. Ein orientierter einschiffiger Bau mit Transparent gewölbt mit einer Kuppel hat ein rechteckiges Presbyterium. An der Evangeliumsseite des Presbyteriums ist eine Sakristei, an der gegenüberliegenden Epistelseite die Kapelle des Gottesgrabes. Darüber die Oratorien. Das Schiff ist gewölbt mit zwei Feldern Tonnengewölbe. Das Altargemälde der Mariä-Himmelsfahrt ist eine Kopie des Rubens-Originals, das von Gaetano Fanti gefertigt wurde. Aus der Rubens-Werkstatt stammt das Bild in dem Altar-Ansatz, darstellend die Heiligste Dreifaltigkeit sowie die Bilder der Seitenaltare Anbetung der drei heiligen Könige und Beschneidung des Herren. Die Kanzel mit dem Wappen der Lichtenstein ist vermutlich ein Werk des Italieners F. Farne. Bemerkenswert ist die Decken-Stuckarbeit im Inneren der Kirche, deren Autor ein weiterer der Gebrüder Tencalla war. Die Spiegeln sollten ursprünglich mit malerischen Darbietungen ausgeschmückt werden, jedoch mangels Finanzmittel wurde davon abgelassen. Bis zum Beginn des 20. Jh waren beide Ecktürme mit einem Zeltdach versehen, i Barock-Stil wurden sie 1908 umgebaut. Im Jahre 1922 wurden zwei neue Glocken an der Kirche angebracht. Sie sollen die Versöhnung zwischen den tschechischen Einwohnern und den ursprünglichen deutschen Ansiedlern, nach dem zweiten Weltkrieg nach Österreich ausgesiedelt, versinnbildlichen. Die Kirche ist der Himmelsfahrt der Jungfrau Mariä eingeweiht. An der Stirnseite der Pfarrkirche befindet sich eine lateinische Inschrift, in der Übersetzung (anhand des Tschechischen):
„Karel Eusebius, Fürst von Lichtenstein, Herzog von Mikulov, Opava und Krnov.“
Die weitere Aufschrift ist ebenfalls über dem Eingang in eine Valticer Kirche zu finden, diesmal jedoch der in den Jahren 1668 – 1671 erbauten St.- Augustin- Konventkirche. Sie steht am Valticer Spital, wo der Spitalorden des Hl. Johannes vom Gott, also die Barmherzigen Brüder- ihren Domizil hatten. Der Text aus dem Lateinische (übers Tschechische) lautet: „Dem Heiligen Augustin öffentlich erbauen beliebte Johanna Beatrice, Frau des jüngeren Fürsten von Lichtenstein, Herzogin von Opava und Krnov.“
Die Glocken
Die Originalglocke von der Pfarrkirche Mariä-Himmelsfahrt befinden sich im Gang des Schlosses von Valtice. Die Glocke wird von beiden Seiten mit einer Botschaft beschrieben und oben rund herum mit deutschen Inschriften: „1618 in Wien gegossen wurde ich von Jerwening zum Gottesruhm.“
Die Seiten sind wie folgt beschrieben:
„Karel, aus Gottes Gnade Verwalter und Herr von Opava, mit Sitz in Lichtenstein in Mikulov.“
„Anna, aus Gottesgnade Fürstin von Opava, Frau von Lichtenstein in Mikulov.“
1972 hat die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur – UNESCO- eine Abmachung über den Schutz der wichtigsten Denkmäler des Weltkultur- und Naturerbes getroffen.
Erklärung der Städte und Gemeinden
Das Anliegen dieses internationalen Dokumentes ist es, Kulturdenkmälern und Naturlokalitäten mit universellen Werten von Weltrang, die es unbedingt notwendig ist für die nächsten Generationen aufzubewahren, die entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen.
1990 schloss sich die Tschechoslowakei der Abmachung an und 1993, unmittelbar nach ihrer Entstehung, nahm sämtlich sich aus dieser Übereinkunft ergebenden Pflichten auch die Tschechische Republik über.
Zum 1. Januar 2001 sind auf der Liste der UNESCO 480 Kulturdenkmäler, 128 Naturlokalitäten und 22 Lokalitäten mit Kultur- und Naturcharakter eingetragen.
Die UNESCO-Denkmäler in der Tschechischen Republik:
• Historischer Stadtteil von Prag
• Historischer Kern der Stadt Kutná Hora
• Historischer Kern der Stadt Český Krumlov
• Historischer Teil der Stadt Telč
• Schloss in Litomyšl
• Schloß und Schloßgärten in Kroměříž
• Kirche d. Hl. Johannes von Nepomuk in Žďár nad Sázavou
• Der Valtice-Lednice Komplex
• Gemeinde Holašovice
• Olomouc – Säule der Hl. Dreifaltigkeit
• Brno – Villa Tugendhat
• Třebíč – St.-Prokop-Basilika und Judenviertel
Gedenktafel im Flur des Hofplatzes des Staatsschlosses in Valtice, die an die Eintragung des Lednice-Valtice-Komplexes auf die Liste des Weltkulturerbes UNESCO im Jahre 1996 erinnert.
In einem mit Damastleinwand überzogenem Feld liegt ein reich profilierter, beidseitig geschweifter Schild. Der getüpfelte Schild ist halbiert, in der rechten Hälfte dreimal in vier Felder geteilt, das zweite und das vierte Feld sind leer, im linken befinden sich zwei Keulen, die bis zur Hälfte des Schildes reichen, mit den Spitzen nach unten. Das Siegelfeld wird mit einer Linie umsäumt. Darüber die Überschrift:
X SIGILVM X CIVITATIS VELSPVRGENSIS X ANO X 1566
Der Siegelring wird von einem Lorbeerkranz umsäumt und darunter befindet sich eine Linie.
PRÄSIDIUM DES TSCHECHISCHEN NATIONALRATES
VI. Wahlperiode
956. BESCHLUSS
des Präsidiums des Tschechischen Nationalrates
von der 93. Tagung am 7. Mai 1992
Zum Antrag, einigen Städten und Gemeinden der Tschechischen Republik das Recht zu erteilen, Wappen und Banner benutzen zu können
Das Präsidium des Tschechischen Nationalrates
I. erteilt
Der Stadt Valtice das Recht den Wappen und den Banner zu benutzen
Beschreibung des Wappens: ein halbierter Schild, rechts dreimal gold-rot geteilt, links in Gold zwei rote Keile bis in die Hälfte des Feldes reichend
Beschreibung des Banners: das Blatt ist gelb, in dem Stangenteil zwei rote Keile mit Spitzen bis in die Mitte des Blattes reichend, das Verhältnis der Länge zur Breite ist 3:2.
II. beauftragt
den Vorsteher der Kanzlei des Tschechischen Nationalrates, die Stadtverwaltung dieser Städte von dieser Tatsache zu verständigen.
Dagmar Burešová v. r.
Vorsitzende des Tschechischen Nationalrates
Antonín Hrazdíra v. r.
Vorsitzende des Tschechischen Nationalrates
Musíte se přihlásit, pak můžete komentovat tento článek.
